Ebira und Köcher im Selbstbau


Seit einiger Zeit beschäftigt sich Manfred Rummer, Mitglied im Haku-un-Kan-Kyudojo Bad Dürkheim, mit den Köcherformen Utsubo und Ebira. Er studierte die im Verein vorhandenen Objekte und begann mit weitgehend authentischen Materialien Köcherformen nachzubauen.











2016 war seine erste Köcherserie in Museumsqualität vollendet und er fasste die Bild- und Textmaterialien in einem Reader zusammen.

Weitere Information: manfredrummer@web.de

Köcher (Ebira)



Es gab eine Vielzahl von Köcher (Yebira oder Ebira genannt): einige für den Krieg, andere für die Jagd. Neben mehr verzierte Exemplaren, wie denen, die von den Palastwachen (zuijin) getragen wurden, in denen die Pfeile hinter dem Rücken wie der Schwanz eines Pfaus hervorragten, gab es auch ganz schlichte Ebira, die z. T. mit dem Fell des Wildschweins überzogen oder mit geflochtenen Seiten ausgestattete waren. Die dekorierten Köcher wurden auch heikoroku genannt und konnten sehr verschieden geformt sein.

Der Kari ebira, der Jagdköcher der auch im Krieg benutzt wurde, war nur etwas mehr als ein Rahmen aus Bambus, also sehr leicht, an dem die Pfeile durch herumgewickelten Bändern gesichert wurden.





















 

Ebira des Daimyo von Sabae

Der Köcher enthält einen kompletten Satz Pfeile, bestehend aus einem Signalpfeil und 24 Pfeilen mit lanzettenförmigen Spitzen.

Pfeilköcher dieses Typs wurden seit dem 11. Jhdt. vor allem zur Rüstung getragen. In der Edozeit waren sie dekoratives, meist in Wohnräumen zur Schau gestelltes Statussymbol der Samurai-Kaste.