Kyudō hat vieles gemeinsam mit der japanischen Teezeremonie (Chadō oder Sadō), Kalligraphie (Shodō), Schwertziehen (Iaidō) und vielen anderen Wegen, die so eindrucksvoll das Herz und den Geist des Japaners widerspiegeln. Kyudo ist reich an Geschichte und Tradition und ist sehr hoch geachtet in Japan. Viele betrachten Kyudo als einer der reinsten Wege aller Budokünste (Kriegskunstwege). In der Vergangenheit wurde der Bogen für verschiedene Zwecke verwendet: Jagd, Krieg, höfische Rituale und religiöse Zeremonien und Wettkämpfe. Viele dieser Spiele und Rituale überlebten bis heute, aber der japanische Bogen hat vor langer Zeit seinen praktischen Wert als Waffe verloren. Heute wird Kyudo hauptsächlich zur körperlichen, moralischen und spirituellen Entwicklung praktiziert.


Der auffälligste Unterschied zum westlichen Bogenschießen liegt in der Verwendung des asymmetrischen, etwa 2,25 Meter langen japanischen Bogens ohne irgendwelche Visiereinrichtung oder Pfeilauflage, der vereinfachten Kleidung des Samuraikriegers und dem zeremoniellen Ablauf des Schießens.

Kyudo der Weg des Bogens

Kyudo ist eine eher introvertierte Übung, ohne spektakuläre äußere Aktionen.


Kyudo schult Konzentrationskraft und Gelassenheit, es schärft Körperwahrnehmung und wirkt sich positiv auf Körperhaltung, Balance und Bewegungskoordination aus.

Für wen ist Kyudo?

Kyudo ist aber auch geistiges Training zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Da es nicht auf Muskelkraft ankommt, sondern auf sensible Bewegungskoordination, ist Kyudo für Frauen und Männer jeden Alters geeignet, die sich der Herausforderung des Übungswegs stellen möchten.